ABC-Etüden 15.16.19 – Bonjour tristesse


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„Mutter! Was willst du denn schon wieder im Garten!?“ Jesus war entrüstet. „Jedes Jahr das Gleiche mit dir. Es ist noch viel zu früh, die Tulpenzwiebeln einzusetzen. Warte doch, bis die Eisheiligen vorbei sind!“ „Ja, ja, ich weiß.“ antwortete Maria. „Aber dieses Jahr ist alles anders! Du weißt, dass sie dich am Freitag vor Ostern kreuzigen werden. Und dann klingen keine Glocken mehr für dich! Aber die Narzissen und Tulpen sollen dir wenigstens zuwinken, wenn du am Kreuze hängst.“  Jesus nuschelte sich etwas in seinen Bart. „Und vorher bist du ja auch erst mal weg.“ resignierte Maria. „25 Tage in der Wüste fasten! Als wenn du das nötig hättest, bei deiner Figur! Und natürlich: ich muss wieder sehen, wie ich alleine zurechtkomme. Die ganze Hausarbeit und der Garten bleiben dann an mir hängen. Und du machst dich dünne, bis du an Ostern erst wieder auferstehst!“ Sie redete sich richtig in Rage. „Von wegen Gleichberechtigung! Für dich mag das ja Alles kurzweilig sein, diese ganze Show. Aber du denkst ja auch nur an dich. Ich bin dir doch vollkommen egal!“

(180 Worte)

Bildquellen: http://www.pixabay.de

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20 Comments

  1. Ich ertappe mich dabei, wie ich vor mich hin kichere und mich über die ungewöhnliche Betrachtungsweise amüsiere. Sie hat schon was sehr Praktisches (und Genervtes), diese Mutter. Tja, Jesus und Maria waren wohl (zeitweise) auch „nur“ Menschen 😉
    Liebe Grüße und danke
    Christiane

    1. Meine ganz subjektive Meinung dazu: Für mich sind sie es immer noch und was die Männer der Kirche mit ihnen angestellt haben von der unbefleckten Empfängnis, schon allein dieses Wort ist mir ein Greuel und den ganzen Auferstehungshumbug, sie sollten endlich den Mut haben und die Zwei zu den ganz wunderbaren MENSCHEN machen, die sie waren. Die Gläubigen von heute sind zumeist aufgeklärte Menschen, die man mit Ammenmärchen nur vertreibt.

      1. Sie versuchen, kirchlich gesprochen, ein Mysterium zu erklären, was, wie ich finde, per se nicht geht. Daher sind alle Erklärungen notwendigerweise Stückwerk, greifen nur bedingt und treiben sehr merkwürdige Blüten …

      2. Jesus als Menschen, der den Frieden in die Welt bringen wollte, gehört meine Anteilnahme und meine Liebe, es gibt und gäbe auch heute keine schönere Botschaft als diese, aber ich sträube mich eben gegen die Vergöttlichung.
        Ein Vater, der seinen Sohn opfert und den die Kirche dann auch noch zwingt zu seiner Rechten zu sitzen nach seinem Tod, ist für mich kein Vater! Aber schon immer wurden die Söhne fürs VATER-land geopfert mit kirchlichem Segen. Das Gute an Jesus Tun hat die Kirche schon immer allein für ihre Zwecke, nicht zum Guten der Menschhheit mißbraucht, gerade sie hat im Namen des Glaubens weiter Millionen Menschen getötet.

      3. Genau. Und schon sind wir wieder mitten in der Vermischung der Glaubensinhalte mit der Organisation. Nein, das ist nicht dasselbe, überhaupt nicht, und ich diskutiere aus Gründen beides nicht öffentlich.
        Sehr, sehr viele lehnen die Kirche und ihre Praktiken ab und den Inhalt der „Botschaft“ gleich mit. Damit schütten sie das Kind mit dem Bad aus und merken es nicht mal, jedenfalls meistens. Umgekehrt hat die Kirche als Organisation natürlich auch kein Interesse an denen, die ihnen ans Bein pi… Tja. Klarer Fall von lose-lose, um es mal so auszudrücken.

      1. Das freut mich. Meine Ausgabe habe ich gefühlt an meinen ganzen Freundeskreis verliehen. Ich mag auch die anderen Bücher von Moore gerne. Er geht so schön schonungslos mit Allen um. 😉

  2. Witzige Idee! Und auch lustig, dass auch meine Etüde in diese Richtung geht. Aber die stelle ich erst morgen online.
    Ich bin nicht sicher, ob ihm das gefallen hätte, was aus dieser Kirche geworden ist.

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