ABC-Etüden 17.18.19 -Pommes Fritz


https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/04/21/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-17-18-19-wortspende-von-agnes-podczeck/

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Der Alte Fritz war zwar auch ein arger Wüterich,

doch wusst‘  er leider auch seit vielen Tagen,

dass seinem preußisch‘ Volk recht heftig knurrt der Magen.

Des Nachts lag dar ob im Bette Er, wälzte sich, sinnierte,

was könnte wohl auf sandigem Boden gedeihen

und seine Untertanen von dem Hunger schnell befreien?

 

Da international auf dem Vormarsch und sehr begehrt,

und weil man könnt‘ sie kochen oder im Fette  braten,

die Findungskommission tät‘ ihm zur Kartoffel raten.

 

Doch wie dem Volk erklären, sich ihrer als Nahrung zu bedienen,

da sie in deutschen Landen noch vollkommen unbekannt?

Auf dem Bette schlaflos grübelnd  hin und her Er sich wand.

 

Da muss ich denn, es ist so meine Art, zu einer List wohl greifen,

bevormundet will die Menschheit sein in ihrer royalen Neigung,

und insbesondere dann, wenn sie kommt als kostenlose Schenkung.

 

Ein Edikt muss auch herbei, später nennt man es Kartoffelbefehl.

1756:  es ist so weit: die Untertanen werden amtlich aufgefordert,

die Wohltat zu empfangen und den Anbau zu vollziehen, wie geordert.

 

Die Dinger riechen nicht und schmecken nicht, so mault das Volk,

den Hunden selbst und dem Federvieh sind diese Grumbeeren kein Genuss,

und wie lange dauert‘s, bis der Knollenbaum erst wachsen muss?

 

Friedrich nach hergebrachter Soldatenart knobelt hin und her:

Instruktoren holen flink wir aus dem teutschen Schwabenland,

und Soldaten bewachen mit gezinktem Blick das Kartoffel-Ackerland!

Und so ist es doch gelungen nach einigen schweren Jahren

der Hungersnot in Friedrichs Reich auf Dauer Herr zu werden:

Gott sei Dank, das Volk ward satt und hatte kaum Beschwerden.

 

Anzüglich‘ Fazit von der Geschicht‘ : Kartoffeln muss man nicht dreschen, nicht mahlen,

sie kann leicht im Haus und auf schmalem Feuer vom Gesinde selbst bereitet werden,

damit die Hohe Adligkeit weiter Brot und Fleisch genießt: oh Glück auf Erden!

 

(298 Worte)

Pommes Fritz -a

 

Bilder: lizenzfrei Internet

 

7 Comments

  1. Da soll mal jemand sagen, die Regierenden kümmern sich nicht um ihr Fußvolk! Mit leerem Magen ist nun mal nicht gut kriegen 🙂 .

    Liebe Grüße und einen satten 1. Mai,
    Anna-Lena

  2. Das war mit Sicherheit eine Großtat der Geschichte, wenn auch leider eine ungewöhnliche. Danke, dass du dich auch der historischen Seite der Kartoffel annimmst, sehr löblich. 😉
    Liebe Grüße
    Christiane, mit frischen Spargelkartoffeln, sehr lecker

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