ABC-Etüden 28.29.19 – Der weiße Rabe


 

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/07/07/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-28-29-19-wortspende-von-kopf-und-gestalt/

 

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Er war aus dem Fluss gestiegen, den man Elbe nannte. Seine Füße taten ihm noch weh von dem Aufprall. Ein breites Grinsen lag trotzdem auf seinem Gesicht. Er fühlte sich wie Batman. Mit diesen Wunderschuhen konnte er die ganze Welt begehen. Morgens in Nordamerika sein und am Abend in Buenos Aires Tango tanzen.

Er hatte gelernt, seine linke Hand ganz weit auszufahren, wenn er etwas aus der Luft greifen oder eine Wolke vor die Sonne schieben wollte, weil es ihm zu heiß wurde und er die Eisbären retten wollte, denen das Packeis in der Arktis unter dem Hintern weg schmolz. Auch konnte er die Wolken anhalten und sie solange schütteln, bis sie abregneten. Ein paar Mal schon hatte er das über der Sahara gemacht und alle Spekulationen über den Klimawandel neu entfacht, weil die Wüste plötzlich aufblühte.

Die Regierung überschüttete ihn mit Anfragen und versprach ihm eine harmonische und goldene Zukunft, wenn er für sie arbeiten und das Ozonloch über den Polen schließen würde. Er könne sich alles wünschen, was machbar und bezahlbar sei.

Opa Fritz wollte gerade zu einem neuen Sprung ausholen, als er vor sich im Gras eine Bewegung sah.

Er bremste ab und bei genauerem Hinschauen entpuppte sich das zappelige Etwas vor ihm als weißer Rabe, der sich einen Flügel gebrochen hatte. „Das soll ein Zeichen sein!“ dachte er, hob den Nestflüchtling auf und sprang mit ihm zurück in sein Dorf. „Da soll Hinnerk, der Tierarzt aus Lütjenwarder sich mal drum kümmern. Der kriegt den wohl wieder hin!“ sagte er zu seiner Familie, die so glücklich war, dass er wieder zu Hause war.

Er war auch froh, etwas ausruhen zu können. Nahm seinen Enkel in den Arm, schaute ihn zärtlich an und sagte: „Das nächste Mal kommst du mit!“ „Versprochen, Opa?“ „Wenn ich es doch sage!“

(299 Worte) – Bildquelle: lizenzfrei aus http://www.pixabay.de

Und ein Link mit einer Portion Selbstironie:

https://youtu.be/A9a5ruJj4Rw

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12 Comments

  1. Die Stiefel haben mich schon beim letzten Mal fasziniert. Schön, dass du sie noch mal herausgekramt hast! Und ja, ein tolles Lob auf die Superkräfte der Opas! 😉
    Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße
    Christiane 😁👍🌞

  2. Das stimmt – und Heldinnen auch.

    Ich bin jetzt zwar keine fliegende, Eisbärenrettende Superomi, aber eine Monstergeschichte für den Kleinen erfinden und auf seinen Wunsch hin ein großes und ein kleines Monster dazu zeichnen, das schaffe ich durchaus…

    Liebe Grüße
    Judith

  3. So einen Superfritz kann die Welt echt gut gebrauchen. Eine wundervolle fantasievolle Geschichte. Hat mir gerade nach nem bescheidenen Tag ein Lächeln entlockt. ☺️
    Grüße, Katharina

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