ABC-Etüden 36.37.19 – Dumm gelaufen


https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/09/01/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-36-37-19-wortspende-von-ludwig-zeidler/

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Dumm gelaufen

Verteidiger: „Ich sehe es als reine Verzweiflungstat. So wie der Beklagte über Jahre hin von seiner Gattin schikaniert wurde, das kann ein normaler Mensch nicht aushalten!“

Richter: „Da wäre ich aber sehr an Details interessiert! Lt. Kommissar Ehrlich, der als erster am Tatort erschienen war und Bestätigung durch Herrn Prof. Dr. Stigma aus der Pathologie waren doch etliche Einstiche in dem Körper seiner Frau festgestellt worden! Das sieht eher nach geplantem Vorgehen aus als nach Verzweiflung etwa in Notwehr!“

Verteidiger: „Es ist durchaus bekannt, dass Frau Notnagel ein ambivalentes Verhältnis zu ihrem Gatten und zu dessen Kindern aus erster Ehe hatte. Auf der einen Seite war sie froh, ihn an sich gebunden zu haben. Auf der anderen Seite musste sie seine Kinder in Kauf nehmen. Die Verantwortung war ihr zu groß, sie fühlte sich mit der Erziehung überfordert. Sie hatte kein Verständnis dafür, dass der Beklagte viel Zeit opferte, um sich um seine Töchter zu kümmern. Um deren Ausbildung und weitere Zukunft. Sie war der Meinung, er solle sich ganz allein ihr hingeben und alleine ihr Glück im Auge behalten. Aber wie, frage ich Sie, Herr Richter, soll ein liebender Vater das alles unter einen Hut bringen? Seine geliebten Kinder, für die er die Verantwortung übernommen hatte, seine kratzbürstige Ex und dazu seine neue Partnerin, zu der er sich schon des Längeren hingezogen fühlte.“

Richter: „Sie wollen also glaubhaft versichern, dass Herr Notnagel zu einem Mord nicht fähig war?“

Verteidiger: „Genau. Ihm waren seine Töchter wichtig. Aber seiner Frau hätte er trotz aller Wirren und Verwirrungen niemals etwas zu Leide tun können. Seine Integrität steht außer Frage. Als Ortsvorsteher und Mitglied des Kirchenrates war er sehr geschätzt. Es ist deshalb überhaupt nicht nachvollziehbar, dass er mit einem Fahrtenmesser neben den 21 Stichen seiner Frau die Gurgel durchgeschnitten haben soll ….

(300 Worte)

Bilder: lizenzfrei aus http://www.pixabay.com

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6 Comments

  1. Sie war es selbst, lieber Werner, bestimmt! Er KANN es ja gar nicht gewesen sein, liebende Väter, Ortsvorsteher und Kirchenräte tun so was doch nieeeeeee!
    Dein Ping ist nicht durchgekommen, ich habe für alle Fälle den Kommentar bei der Schreibeinladung ergänzt, damit deine Etüde nicht verloren geht. Halt in Zukunft bitte ein bisschen das Auge drauf, ja?
    Liebe Grüße
    Christiane 😉

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