ABC-Etüden 01.02.2020 – Schiurlaub


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Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

 

 

Schiurlaub

 

„Eckat! “

„Ja, Meister, was is? “

„Ich hab gehört, dass du dies Jahr noch in Schiurlaub fahren willst. Iss da was dran?“

„Ja, Meister, ich bin an Überlegen.“

„Aber Eckat, du kannst hier doch gar kein Schi laufen. Wir ham hier doch keine Berge nich!“

„Weiß ich wohl, Meister, aber ich will ja in n Harz. Weiter weg kann ich ja nich, bei dem mickrigen Gehalt bei dir.“

„Eckat, was sagst du da!? Mickriges Gehalt? Dann erklär mir doch mal, wie ich das zahlen soll, wo du doch immer so viel falsch machst und ich das rapariern muss, auf meine Kosten! Da bleibt nicht viel übrig! Kannst mir wohl glauben!“

„Aber ich brauch auch mal Urlaub, Meister! Du biss immer nur am Fordern und kommandierst mich rum: Eckat mach dies, Eckat mach das! Ich kann nich mehr. Ich brauch mal Urlaub!“

„Sollst du ja haben, Eckat. Sollst du ja haben. Aber nu doch nich, wo wir so viel zu tun haben. Und die ganzen Nacharbeiten bei Frau Pansen, das muss auch noch erledigt werden!“

„Das is mir alles schietegal, Meister, ich bin am Ende!“

„Aber Eckat, nun bau mal keinen Mist, reiß dich doch mal zusammen. Ich spendier auch ne extra Flasche Rum und ne Kinokarte für heut Abend. Ostern is immer flau, da kannst du dann ja meinetwegen mal ein zwei Tage Urlaub machen. Is doch viel schöner. Da scheint bestimmt die Sonne. Und das Bier schmeckt auch besser!“

„Versprochen, Meister?“

„Versprochen, Eckat. Und nu mach hin. Die Reparatur von den Heizkessel muss endlich fertig werden!“

 

(260 Worte)

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Bild von Michael Gaida auf Pixabay

25 Comments

  1. Ich hab echt das Gefühl, dass ich ihn hören kann! Prima, lieber Werner, und dem noooorddeutschen Pragmatismus wirst du auch voll gerecht! Rum und Kino, was für eine Alternative! Okay, Skiurlaub im Harz … wobei der Harz schön ist.
    Liebe Grüße
    Christiane 😀

    1. Ja, ich kann mich da richtig rein versetzen, in die norddeutschen Jungs! Und ich liebe unser Plattdeutsch und Anlehnungen daran.
      Da kann einem ja auch richtig das Herz aufgehen, nich?

  2. Ich bin begeistert, wegen des Werner-Ambientes und ein wegen des Harzes, der in meiner Kindheit für die Norddeutschen durchaus ein lohnenswertes, auch weil erreichbares, Winterziel war, sogar mit Wintercamping.

    1. Ja, in meiner Jugendzeit bin ich oft auch mit meinen angehenden Schwiegereltern in den Harz gefahren: Spiegeleibrot, Kartoffelsalat im Glas für die Rast. Aber leider konnten wir damals nur auf den Westteil, weil der eigentliche Brocken noch östliches Sperrgebiet war.

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