ABC-Etüden 17.18.2020 – Umsatteln


Link zu Christianes Schreibeinladung

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Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

 

Umsatteln

„Eckad! Eckad!!“

„Ja, Meister, was iss?“

„Ich muss mit dir schnacken, Eckad. Die Auftragslage ist dünn geworden. Durch die Ausgangssperre sind die ganzen Mannsleute zuhause geblieben und machen ihre Reparaturen selbst. Wir haben kaum noch was zu tun!“

„Ja und, Meister, ist doch gut so. Endlich weniger Stress! War ja nicht mehr auszuhalten nich!“

„Nun sei mal vernünftig, Eckad. Ohne Aufträge kein Geld, ohne Geld keinen Lohn, so einfach ist das!“

„Aber Meister, kriech ich jetzt kein Geld mehr? Das kannst du mir ja wohl nich antun, nach so vielen Jahren willst du mich einfach los werden? Dafür hab ich nich geschuftet, Meister, dafür nich!“

„Nu bleib mal aufm Teppich, Eckad. Die Zeiten, wo Handwerk noch goldenen Boden hatte, sind vorbei. Weißt du doch selbst. Die Scheine flattern eben nich mehr so einfach in die Knipptasch.

Dazu kommt, dass das Internet die ganzen Lieferketten gläsern gemacht hat. An den Teilen kann ich schon lange nix mehr verdienen.“

„Mach ja alles sein, Meister, aber was hab ich damit zu tun?“

„Eckad, nun kuck doch mal: wir müssen sehen, wie wir da gemeinsam durchkommen, durch die schwierige Zeit. Jeder muss dazu sein Beitrag leisten. Hat doch die Bundeskanzlerin auch schon gesagt. Oder hörst du keine Nachrichten nich, Eckad?“

„Doch, doch, Meister, das schon. Aber ich denk mal, dass du auf kwalifizierte Mitarbeiter wie mich nu auch nich so einfach verzichten kannst, wenn die Zeiten wieder besser werden. Oder?“

„Ja, Eckad, deswegen wollt ich dir ja vorschlagen, dass wir Kurzarbeit anmelden. Dann kann ich doch vom Staat ´nen Zuschuss bekommen. Und du, du trinkst einfach mal ´ne zeitlang zwei Bier weniger am Tag. Geht doch wohl, oder?“

„Und wenn wir uns nach annere Arbeit umsehen, Meister?“

„Wie meinst du, Eckad?“

„Ich kenn da so´n beinharten Typ. Für den könnten wir vielleicht Mopeds reparieren.“

 

(300 Worte)

plumber-4427401_1920Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

17 Comments

  1. Beinhart wie ’n Rocker! … Beinhart wie ’n Flaschbier, beinhart geht das ab hier!
    Das wird ja dann wohl ein echtes Trio Infernale, wenn die beiden dann auch noch anfangen, an Moppeds zu schrauben …
    Höchst amüsierte verspätete Grüße (sorry)
    Christiane 🤣🤣🤣

  2. Oh weh – hoffentlich geht das gut. Wenn die beiden in Zukunft für die Hells Angels oder Mongols arbeiten, werden jene hoffentlich nicht mit Gutscheinen für ihre Etablissements zur lustvollen Freizeitgestaltung oder Koks bezahlen wollen, sondern harte Währung in die Werkstatt einbringen … 😉

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