Der Dienstag Dichtet – Freilauf



Bild von Iván Tamás auf Pixabay 

Freilauf

Phantasmen spuken

in meinem Kopf

wollen ans Licht

drängen heraus

verwirren die Gefühle

verlangen nach Auslass

grinsen mich höhnisch an

als wollten sie mich preisgeben.

Wie kann ich sie einkreisen

diese Monster

wie den Boden wegreißen

damit ich nicht ins Schlingern komme?

Ich schau in die Weite

sollte ich nicht doch Platz geben

Zweifel kommen auf

Grün keimt Sorge:

lass sie überleben

diese Gedanken

lass sie einziehen in die Welt

wie Nieselregen auf ihre Haut

der mich frei macht.

Die Aale ziehen sich zurück.


Bild von LillyCantabile auf Pixabay

Dies ist eine Aktion, die von Katha kritzelt ins Leben gerufen wurde. Jeden Dienstag wird ein selbst-geschriebenes Gedicht veröffentlicht.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen.

 Mit von der Partie sind bisher:


Stachelbeermond                              Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams          Findevogel
Wortverzauberte                              Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder                                           Nachtwandlerin
Lindas x Stories                                Myriade

Gerda Kazakou                                  Gedankenweb erei

Myna Kaltschnee                               Wortverdreher

Lebensbetrunken  

                                     Und ich.   

11 Comments

  1. Wundervolle Bilder. Mir gefällt vor allem „als wollten sie mich preisgeben“. Darüber wieviel geschriebene Worte über einen selbst preisgeben, denke ich oft nach. Faszinierend und beängstigend.
    Kommt in meiner „Werner Top 10“. 😉

    1. Ach Katha, da werde ich wieder mal rot!
      Alleine schon das gesprochene Wort gibt ja viel über unser Denken, unsere Erziehung, Ängste, Vorlieben von uns preis. Das geschriebene Wort ist ja meistens noch wohlüberlegter, verklausulierter, weil wir dabei länger überlegen: sag ich`s, wie sag ich´s, soll ich es wirklich sagen; ist noch mehr in Bezug gesetzt zum Titel, zum Fazit, was wir ziehen.

      Das Einzige, was ich noch beängstigender finde sind die Konventionen, die uns gewisse Schranken auferlegen. Ich habe einmal ein Buch gelesen, dessen Titel und Autor ich nicht mehr erinnere, so lange ist es schon her. Es handelte von einem (real existierenden) Volksstamm irgendwo im tibetischen Hochland, wo es Usus ist, dass die Leute sich alles sagen, was sie über einen denken. Und wenn man einmal etwas Schlechtes über einen Freund oder Nachbarn geträumt hat, dann geht man hin und entschuldigt sich dafür bei ihm. Vielleicht ist das ja eine Form des sozialen Lebens, die uns Allen gut täte?
      Und wie sag das alte Sprichwort: Angst fressen Seele auf.
      Ich sehe darin keine echte Bedrohung.
      LG Werner

      1. Ich habe mal einen semi guten Film gesehen, dem aber eine geniale Idee zugrunde lag. Er heißt „The invention of lying“. Dort sagt jeder, was er denkt. Etwas gruselig auf den ersten Blick, aber zu Lügen hilft selten jemanden.

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