Der Dienstag Dichtet – untot


Bild von Michael Gaida auf Pixabay

untot

hoffnungslos irren sie

durch ein gestrüpp

von fremden gedanken

verfangen sich

reißen sich los

blutige risse

schwärende wunden

schmeißfliegen umtanzen sie

legen ihre eier

tief in ihr gedärm

neue wut

eitert hervor

der kopf platzt

die lippen verkrusten

von erbrochener hoffnung

mit hilfe haschendem blick

recken sie sich zum licht

keine hand ergreift sie

das herz stottert

das auge bricht

dunkelheit


Dies ist eine Aktion, die von Katha kritzelt ins Leben gerufen wurde. Jeden Dienstag wird ein selbst-geschriebenes Gedicht veröffentlicht.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen.
 
Mit von der Partie sind bisher:

Stachelbeermond   Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Findevogel   Berlin Autor
Nachtwandlerin   Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei   Emma Escamila
Wortverdreher   Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub   Heidimarias kleine Welt
Traumspruch
Und ich.

23 Comments

  1. Die „harten“ Bilder gefallen mir. Dadurch ist deine Beschreibung kompromisslos. Durch mein früheres Ehrenamt mit „Sozialfällen“ hatte ich direkt ein paar Mensch vor den Augen, man kann es aber auch anders lesen und tief in eine Welt aus Oberflächlichkeit blicken.

  2. Lieber Werner,
    Dein Beitrag heute trifft. Und er tut weh. Aber ich glaube auch, dass sollte er…
    Ich habe für ein Seminar einen Film gesehen, in dem es um Seenotrettung und die Untersagung dieser auf dem Mittelmeer geht. All die Flüchtenden, die ertrinken. Die ertranken und die weiterhin ertrinken werden. Auch das trifft und tut weh.

    Nachdenkliche Grüße
    Alina

    1. Ja, es ist ja leider nicht nur Moria. Es sind so viele Baustellen auf der ganzen Welt, hervorgerufen durch strategisches Machtgehabe, Despotismus und Ausbeutung. Schau nur auf die Hungermärsche der Hondurenos Richtung USA, nach Myanmar, Syrien, Afrika. Man kann es einfach nicht fassen und fühlt sich so ohnmächtig.

  3. Offenbar war es schon immer so.
    Wim wenders hat mal den Fotografen salgado portraitiert. Der hatte vor etwa 40 jahren eine Menschengruppe auf der Flucht fotografiert. Überall abgewiesen, zum wiederholten mal. Einige wurden wahnsinnig.

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