Der Dienstag Dichtet – abgestanden


Fäkalsprache!

Bild von Michael Rühle auf Pixabay 

abgestandenes gesöff

ich ertrinke in meinen worten

schwimme in meiner eigenen scheisse

wie urin tropfen sie mir auf die füsse

ich brauche eine bürste

um die schüssel zu reinigen

in die ich alles hineingekotzt habe

wie wässrige kacke spritzen sie mir an den arsch

ich ziehe die vorhaut zurück

und bin am verdursten

früher sagten die soldaten

pisse heilt die wunden

aber es tropft nur

nicht genug

um die wunde zu heilen

wie hautfetzen bei der krätze

fallen sie zu boden

die worte

meine worte

ich selbst zertrete sie

trampele auf ihnen herum

wische sie weg

gebe mich der lust des schmerzes hin

ich begnadige dich, gott!

Bild von Justin Martin auf Pixabay 

Dies ist eine Aktion, die von Katha kritzelt ins Leben gerufen wurde. Jeden Dienstag wird ein selbst-geschriebenes Gedicht veröffentlicht.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen.
 
Mit von der Partie sind bisher:

Stachelbeermond Mutigerleben Wortgeflumselkritzelkrams
Findevogel Berlin Autor Nachtwandlerin Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme Gedankenweberei
Emma Escamila Wortverdreher Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub Heidimarias kleine Welt Traumspruch
Red Skies over Paradise Your mind is your only limit
Dein Poet Geschichte/n mit Gott
 
Und ich.
 

10 Comments

    1. Vielen Dank. Beim Schreiben ging mir irgendwie die Thematik Kirche durch den Kopf und was sie uns alles verboten haben, obwohl sie selbst die größten Sünder waren. Und Gott hat dabei zugeschaut.Und deswegen habe ich den Spieß mal umgedreht.
      Und im Nachhinein ist mir noch ein Phänomen eingefallen, nämlich dass sich all die Priester und Würdenträger ja Siezen lassen: Hochwürden, Eminenz, Ehrfürchtiger Vater, Heiliger Vater etc., aber Gott und auch Jesus lassen sich con uns ja duzen! Die Mitarbeiter Gottes stellen sich höher als Gott selbst? Sollte man mal mit denen diskutieren.

  1. Wow! Den Mut hätte ich nicht gehabt! Bei mir sitzt da ein kleiner Zensor auf der Schulter und sagt, neinnein, das schreiben wir so jetzt aber nicht. Und alles, was ich jetzt gerade zur Kirche schreiben wollte, schreibe ich jetzt nicht, denn was bringt es? Die meisten Menschen sind nicht dafür gemacht, viel Macht zu haben, aber in einer so großen Organisation gibt es zwangsläufig viele Machtpositionen. Das verdirbt.

  2. Lieber Werner,
    ein Gedicht, das die ganze Wut rausschreit.
    Toll.
    Mir geht es da wie Sabine: Es streikt mein Stift, wenn ich so schreiben will.
    Und das heißt überhaupt nicht, dass ich etwas ablehnen würde von deinem gesagten.
    Ich bin da ganz bei dir.
    Grüße
    Judith

    1. Danke, Judith. Manchmal fließt es so aus einem raus, ganz irgendwie aus dem Unterbewusstsein. Das war die absolut unveränderte Urversion, wie ich sie beim Gassi gehen mit meinem Hund aufs Handy gesprochen habe.
      Manchmal wundere ich mich da selbst, was da zum Vorschein kommt.

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